Umweltschutz im Vorbeigehen: Beim Spazieren Müll einsammeln #plogging

Fridays-for-Future, Ökostrom-Rekorde, unverpackt einkaufen – Indizien für ein in den letzten Jahren enorm gewachsenes Umweltbewusstsein gibt es viele. „Gerade in der jetzigen Krise sollten wir den Umwelt- und Naturschutz weiter im Blick halten.

Illegale Entsorgung von Müll in der Natur ist auf das Schärfste zu verurteilen!“, warnt Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert. „Ich rufe vielmehr alle Menschen dazu auf, den in den Hecken und am Wegesrand liegenden Kleinmüll beim Spazierengehen einzusammeln. So tun Sie doppelt Gutes: Die tägliche Runde an der frischen Luft in Coronakrisen-Zeiten dient Ihrer Gesundheit und schützt gleichzeitig Natur und Umwelt. Wer joggen geht, kennt vielleicht den Plogging-Trend aus Schweden: Joggen mit Handschuhen und Mülltüte.“ Der eingesammelte Müll kann in der Haus- und Recylingmülltonne entsorgt werden.

„Es liegen Anzeichen dafür vor, dass Abfälle zunehmend illegal in der freien Landschaft entsorgt werden. Das ist nicht hinnehmbar. Es schadet der Umwelt und bindet durch die erforderliche Beräumung das Personal der Entsorgungsbetriebe.“ Aufgrund der Corona-Krise sind an manchen Orten die Wertstoffhöfe geschlossen, um mit den gegebenen Personalressourcen die Abholung des Haus- und Recyclingmülls sowie des Biomülls stetig zu gewährleisten. „Das ist kein Grund, den Müll in die freie Landschaft zu kippen, sondern rechtswidriges Verhalten“, mahnt die Ministerin.

Die Bürgerinnen und Bürger sind gebeten, ihren Sperrmüll oder den Grünschnitt für eine spätere Entsorgung bereitzustellen. Auch sollte geprüft werden, Maßnahmen, bei denen Abfälle anfallen, nach Möglichkeit zu verschieben. Illegale Müllentsorgung geschieht auf Kosten aller Gebührenzahler und vor allem zulasten der in der Natur lebenden Tiere Pflanzen und auch des Bodens.


Hintergrund:

Jedes Jahr entstehen den Landkreisen und kreisfreien Städte erhebliche Kosten für die Beräumung illegal in der Landschaft abgelagerter Abfälle. Nach uns vorliegenden Informationen sind in den Jahren 2014 bis 2018 über alle Landkreise und kreisfreien Städte über 5 Millionen Euro an Entsorgungskosten angefallen (siehe die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Landtag, Drucksache 7/3938). Nur bei einem Teil gelingt es, die Verursacher zu ermitteln und sie für die Kosten heran zu ziehen. Für die Fälle, wo dies nicht gelingt, zahlen letztlich alle über die Abfallgebühren. Eine zügige Beräumung und die Ahndung bleiben die wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung des Problems.

In der aktuellen Krise sind die Mitarbeiter der Entsorgungsunternehmen ganz besonders gefordert, um die Sammel- und Entsorgungsstrukturen in ihrer Gesamtheit trotz möglicher personeller Engpässe aufrecht zu erhalten. Dazu kann es im Extremfall notwendig sein, bestimmte Dienstleistungen zu verändern oder einzuschränken, zum Beispiel den Betrieb eines Wertstoffhofes.

Die Bezeichnung Plogging ist eine Kombination aus den schwedischen Worten für „joggen“ und „aufsammeln“. Unter dem Hashtag #plogging dokumentieren viele Jogger vor allem bei Instagram ihre Sammelerfolge.

Text: Umweltministerium Sachsen-Anhalt