Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht im deutschen Gesundheitswesen "riesige Baustellen", die coronabedingt nicht bearbeitet wurden. "In den letzten zwei Jahren ist sehr viel liegen geblieben", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger/Leverkusener Anzeiger" (Montagsausgaben). "Die Krankenhäuser sind stark defizitär, insbesondere die Unikliniken. Der Ausbau der Digitalisierung ist ins Stocken geraten, sowohl in den Praxen als auch in Krankenhäusern." Die Krankenkassen machten zweistellige Milliardendefizite. Es gebe erhebliche Probleme in der Vorbeugemedizin. Zu seinen eigenen Ambitionen, Gesundheitsminister zu werden, äußerte sich Lauterbach zurückhaltend: "Man darf sich selbst auch nicht überschätzen", sagte er. "Personalfragen werden ganz zum Schluss entschieden. Jetzt arbeite ich erst einmal an der Richtung, die das Gesundheitssystem in den nächsten vier Jahren einschlägt." Der Bundestagsabgeordnete erwartet, dass die Teilnehmer der Verhandlungen über eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP keine Zwischenergebnisse an Medien durchstechen werden: "Ich habe viel Erfahrung im Führen von Koalitionsgesprächen und weiß: Das Beste kommt raus, wenn man vertrauensvoll miteinander diskutiert, Zwischenergebnisse nicht in der Zeitung stehen und auch Ziele nicht öffentlich auseinandergenommen werden." Er werde im Vorfeld auch keine Ziele öffentlich kommunizieren, sagte Lauterbach, "und hoffe, die anderen sind auch so schlau, das nicht zu tun".