GEW Sachsen-Anhalt warnt vor Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Die Ankündigungen zu Lockerungen der Corona-Maßnahmen von Ministerpräsident Haseloff und von Bildungsministerin Feußner in einem Brief an die Schulen (Link: Anlage) sind aus Sicht der GEW verfrüht.

Schulgebäude, Foto: reportsan.de

„Sachsen-Anhalt muss nicht den Wettbewerb um die beste Schlagzeile gewinnen, sondern sollte mit Bedacht und Augenmaß vorgehen. Derzeit steigen die Zahlen der infizierten Schüler*innen weit über den Durchschnitt der Bevölkerung, vom pädagogischen Personal – obwohl dort überdurchschnittlich viele vollständig geimpft sind – ganz zu schweigen. Eine Prognose zur weiteren Entwicklung oder gar Lockerungen ist aus Sicht der GEW frühestens zwei Wochen nach den Winterferien möglich.“, sagt Eva Gerth, Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt.

Bis dahin sollten alle Gesundheitsmaßnahmen an Schulen und Kitas weitergeführt und ausgebaut werden. Masken und tägliche Tests sind wichtig, Luftreinigungsanlagen müssen schneller beschafft werden. „Vor allem würden wir uns in allen Landkreisen funktionierende Gesundheitsämter wünschen, die die pädagogischen Einrichtungen gut beraten können. Quarantänebescheide und -aufhebungen kommen oft spät.   
Das Bildungsministerium ist aufgefordert, endlich die Schulen zu entlasten. Bisher sind Schulverwaltungsassistent*innen, der Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Einsatz von Digitalassistent*innen oder der lang erwartete Präventionstag nur angekündigt, die Umsetzung lässt seit Wochen und Monaten auf sich warten. Sachsen-Anhalt schränkt gerade seine Schulsozialarbeit ein, es gibt viel zu wenige Schulpsycholog*innen.
„All das sieht nicht wirklich danach aus, dass Schulen und Bildungseinrichtungen im Mittelpunkt stehen und höchste Priorität haben, wie von der Politik oft propagiert.“, stellt Eva Gerth fest.

Quelle: GEW Sachsen-Anhalt