Einen platten Reifen kann wohl jeder Radfahrer flicken. Doch was, wenn wichtige Bauteile ausfallen? Seit dem Ausbruch von Corona sind sämtliche Fahrradläden hierzulande überfüllt und die Reparaturtermine auf lange Sicht ausgebucht. Missen möchte der Radler sein Bike aber nicht. Viele Schäden kann der Laie selbst beheben.

Fahrrad steht am Wegesrand, Foto: reportsan.de

Das notwendige Werkzeug

Im Gegensatz zu Besitzern von alten Rädern benötigen Radfahrer neuer Bikes zum Reparieren nur wenige Werkzeuge. Wer einen zehner und einen 13-er Inbus- oder Schraubenschlüssel und einen Kreuzschlitzdreher mitführt, kann beinahe alle Arbeiten damit erledigen. Ältere Fahrräder erfordern mitunter Spezialwerkzeuge, die übersichtlich in einer kleinen Werkzeugtasche aufbewahrt und unterwegs mitgenommen werden sollten. So ist das Erforderliche schnell zur Hand. Weiterhin beinhaltet die Werkzeugtasche Flickzeug für defekte Reifen und ein Kriechöl.

Die Bremsen reparieren

Defekte Bremsen stellen ein hohes Unfallrisiko dar. Deshalb sollten sie schnellstmöglich repariert werden, wenn erste Mängel erkennbar sind. Lässt die Bremskraft nach, reicht manchmal das Nachspannen der Stellschrauben. Ansonsten brauchen meist lediglich die Bremsbeläge ausgewechselt werden, die zu den Verschleißteilen zählen. Bei den meisten Bikes lassen sie sich einschieben. Das sorgfältige Feststellen der Schrauben anschließend nicht vergessen! Bei dieser Gelegenheit lohnt es, auch die Bremszüge auf Funktionalität zu kontrollieren. Knackt ist beim Bedienen des Bremshebels, sind sie zu erneuern. Modelle aus Carbon werden am besten gleich durch Edelstahl-Bremszüge ersetzt, da diese nicht rosten.

Die Beleuchtung kontrollieren

Spätestens wenn es draußen wieder früher dunkel wird, muss die Beleuchtung am Rad funktionieren. Das Rücklicht bei der Kontrolle nicht auslassen! Defekte Glühlampen sind sofort auszutauschen. Da sie meist unterwegs kaputt gehen, lohnt es sich, vorsorglich passende Ersatzlampen mitzuführen. Sichere Anzeichen, dass bald ein Tausch notwendig wird, sind dunkel verfärbte Glaskolben. Eine längere Lebensdauer als Glühlampen versprechen LED-Leuchten, die außerdem viel heller und selbst am stehenden Rad leuchten. Übrigens sorgt nicht nur die Beleuchtung am Fahrrad für Sicherheit. Wer seine Fahrradbekleidung und den Helm mit Reflektoren beziehungsweise Flashern ausgestattet, wird von anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig erkannt.

Das Rad regelmäßig reinigen

Nicht erst, wenn es im Getriebe knackt oder Roststellen auftreten, benötigt das Fahrrad entsprechende Beachtung. Denn dann können bereits größere Reparaturen vonnöten sein. Neben einer allgemeinen Inspektion zum Beginn jeder Saison sowie einer gründlichen Reinigung vor dem Einlagern im Winter sollte jedes Rad wöchentlich gewaschen und in Augenschein genommen werden. Und Letzteres nicht nur, wenn zuvor auf unwegsamem Gelände gefahren wurde. Zu bedenken ist nämlich, dass selbst kleinste Staubpartikel, die auf jedem Straßenbelag lauern, wie Schleifpapier wirken. Sie zerstören den Lack des Fahrrads, die Bowdenzüge und die Kette. Die Lebensdauer des Bikes verkürzt sich dadurch deutlich. Auch wenn es schnell geht und lässig aussieht: Mit dem Hochdruckreiniger wird das Rad nicht gewaschen. Er würde den Schmutz nur tiefer in die Lager und zwischen die Ritzel drücken. Geeignet sind ein weiches Tuch, warmes Wasser und ein handelsübliches mildes Reinigungsmittel.

Ölen nicht vergessen

Ist die Schaltung gereinigt, helfen ein paar Tropfen Öl, die Gänge beim Schalten sauber voneinander zu trennen. Das verwendete Öl muss kriechen, um auch bis in hinterste Ecken zu gelangen. Ideal ist ein Fahrradöl oder Nähmaschinenöl. Alternativ erfüllt Waffenöl denselben Zweck.

Wo der Eigeninitiative Grenzen gesetzt sind

So lange für das Fahrrad die Garantiezeit läuft, sollten Reparaturen nicht in eigener Regie ausgeführt werden. Es könnte passieren, dass der Hersteller ansonsten von seinen Pflichten auf Mängelbeseitigung, Nachbesserung oder Umtausch befreit ist. Für knifflige Reparaturen oder wenn er sich mit der Reparatur überfordert fühlt, wendet sich der Laie entweder an einen örtlichen Fahrrad-Verein, den es in beinahe jeder Stadt gibt oder an eine Selbsthilfewerkstatt. Noch sinnvoller ist es, wenn er dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club beitritt. Der unterstützt seine Mitglieder ebenfalls mit Rat und Tag und ist zudem überall in Deutschland sowie über das Telefon und Internet erreichbar.